Verpflichtende Entsorgung der häuslichen Abwässer nach dem „Stand der Technik“

Bereits im Jahre 2016 wurde die Öffentlichkeit darauf hingewiesen, dass für Wohngebäude, welche sich außerhalb eines geschlossenen Siedlungsgebietes einer Gemeinde befinden und daher grundsätzlich nicht über den Kanal entsorgt werden, folgende Regelung gilt: 
Wenn das Wohngebäude noch nicht über eine Kleinkläranlage oder eine dichte Senkgrube, welche regelmäßig zu einer Kläranlage ausgeführt wird, entsorgt wird, wurde mit einer Verordnung aus dem Jahr 2016 die Möglichkeit geschaffen, bis Ende des heurigen Jahres eine dem Stand der Technik entsprechende Entsorgungsmöglichkeit zu schaffen. Dies bedeutet, dass bis Ende des Jahres eine eigene Kleinkläranlage, eine dichte Senkgrube, welche sich vor allem bei wenig Abwasseranfall, wie um Beispiel für  Zweitwohnsitze empfiehlt, oder ein Kanalanschluss, wenn dieser nicht zu weit entfernt ist, errichtet werden muss.

 

Mit Ende des Jahres sollte dieser Prozess der geordneten Abwasserentsorgung im gesamten Bundesland soweit abgeschlossen sein, dass jedenfalls ein Antrag samt bewilligungsfähigem Projekt bei der zuständigen Wasserrechtsbehörde eingereicht worden ist. Da das gereinigte Abwasser entweder in den Untergrund versickert oder in einen Bach oder Fluss (Vorfluter) geleitet werden muss, benötigt man für alle Kläranlagen eine wasserrechtliche Bewilligung. Die Zuständigkeit für Kleinkläranlagen besteht bei der jeweiligen Bezirkshauptmannschaft bzw. des Magistrats. Die Errichtung einer Senkgrube ist der Baubehörde (Bürgermeister) anzuzeigen.

 

Die Möglichkeit für Landwirte, nach erteilter Genehmigung durch die Gemeinde auf Grundlage des Kärntner Gemeindekanalisationsgesetzes, ihre häuslichen Abwässer vermischt mit ihren Stallabwässern in einem bestimmten Mischungsverhältnis und auf definierte Flächen aufzubringen, ist von dieser Regelung nicht betroffen. Das heißt, für Landwirte hat sich an den Bedingungen für diese spezifische Ausnahmeregelung nichts geändert. Zu beachten ist weiterhin, dass zu unterscheiden ist, ob sich das landwirtschaftliche Anwesen innerhalb oder außerhalb des verordneten Entsorgungsbereiches befindet.

 

(Bericht vom 14.09.2018, AL Ing. Roland Kleinszig)